Liebe Leser

Dieses Mal werde ich vom Scheitern berichten. Besser gesagt, die Frau Katrin Bauerfeind hat in Reutlingen eine Lesung Ihres Buches veranstaltet. Dort war ich dann so richtig kulturell unterwegs.

Wen nimmt man dann auf eine solche Veranstaltung mit? Seine Freundin? Wenn man eine hat, schleppt Sie einen mit. Als Mann schaut es dann schon anders aus. Also habe ich überlegt, überlegt und überlegt. Schließlich fragte ich eine sehr gute Bekannte: “ willst du mit zu Katrin Bauerfeind, eine Lesung Ihres Buches?“

Nun bekam ich die erste Absage, Mittwoch Abends ist ein schwieriger Termin. Dort finden immer Sportveranstaltungen, Sprachkurse, Familienfeiern und so weiter statt oder komischerweise hat sich eine Dame gar nicht dafür interessiert.

Also früh los mit Helga (Anmerkung der Redaktion: Name geändert) und einen Parkplatz vor dem Theater ergattert. Da es noch schönes Wetter war, sind wir im Biergarten unter die Bäume gesessen. Dort noch eine Kleinigkeit zu uns genommen und da sah ich schon das weiße Auto im Augenwinkel – mein Arbeitskollege tauchte auf. Super, Klasse.

Um 19:30 Uhr sollte der Einlaß beginnen und wir sind dann in die Schlange gestanden, natürlich am Kollegen vorbei. Kurze Begrüßung und ein Vorstellen der jeweiligen Begleitung. Seit wann hat er eigentlich wieder eine Freundin? Und dann noch eine so hübsche, die hat er nicht verdient. Nein, kein Neid, meine Begleitung Helga war auch eine Augenweide und ein paar Männer drehten sich schon um, als wir den Saal betraten.

Der Platz in der vorderen Reihe war gesichert und Helga holte uns die Getränke, ich blieb am Tisch und verteidigte ihn gegen die Banausen, die hier sitzen wollten. Ich erwählte zwei weitere Damen und bot Ihnen die übrigen Plätze an unserem Tisch an.

Wir waren versorgt, die Getränke war gekommen und da öffnet sich der Vorhang und Katrin Bauerfeind betrat schüchtern die Bühne. Sie erzählte uns vorab Ihre Lebensgeschichte und wo Sie gestern war. Da die Liebe Katrin aus Aalen kommt, sprach Sie immer wieder auf schwäbisch, was wir hier in Reutlingen sehr gut verstanden. In den anderen Bundesländern würde hier vermutlich ein Untertitel eingeblendet.

Sie erzählte vom Scheitern: in der Beziehung, in der Partnerschaft, in der Familie, im Beruf, bei den kleinen Dingen des Lebens und laß uns Passagen aus dem Buch vor. Wir wurden aufgeklärt und zogen Parallelen zu unserem Leben. Wir haben natürlich auch gelacht, weil es Geschichten aus dem wahren Leben waren, die jeder von uns schon mal erlebt hat. Oder man kennt jemanden, der dies erlebt hat.

In der Pause wurde der Bücherstand aufgebaut und dort wurde auch erzählt, dass es im Anschluß noch die Möglichkeit gibt, die gekauften Bücher signieren zu lassen. Okay, das wollte sich Helga überlegen.

Und in der Pause hatte ich die Möglichkeit, meine Blase zu entleeren. Natürlich wollte ich gleich wieder nachtanken, kurz noch eine Cola geholt. Dann wieder rein in den Saal. Da wurde das Licht schon wieder gelöscht und Katrin Bauerfeind wollte gerade wieder auf die Bühne kommen, da rief ich in meiner kindlichen Art: „einen kleinen Moment bitte, bin gleich da“ (das ganze in Schwaäbisch – dur mol gschwendt langsam, I be glei do!)

Nach der Pause ging es heiter und lehrreich weiter. Scheitern kann so schön sein. Irgendwann endet auch die tollste Show und die Künstlerin verabschiedete sich von uns. Natürlich nicht ohne die Autogrammstunde. Sie ließ sich wirklich Zeit und erfüllte alle Wünsche der Fans nach Fotos und Widmungen.

Vielen Dank für den schönen, unterhaltsamen und lustigen Abend

Frank

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