Liebe Leser

Heute ist mir etwas passiert und ich habe eine gute Tat getan.

Wir sitzen gemütlich auf einer Parkbank vor einem Wasserspiel mit einem kleinen Wasserfall. Da flieg eine Krähe, eine junge Krähe heran. Sie setzt sich auf den Rand des Wasserfall und beginnt zu trinken. Ein tierisches Schauspiel und wir denken uns nichts dabei.

Nun kommt ganz aufgeregt eine Frau mit 2 Hunden daran und schaut in das Becken unterhalb des Wasserfalls und ruft ihren Partner mit einem schrillen Pfiff. Wir verstehen die Aktion nicht und denken nichts, als wir plötzlich die Krähe flatternd und schnatternd im Becken sehen. Der Blechrand ist zu glatt und sie kommt nicht mehr an das rettende Ufer.

Nun verstehen wir die Aktion der Frau mit den Hunden. Ich gehe zum Beckenrand und der Vogel schlägt mit den Fügeln und treibt in meine Richtung. Plötzlich ist er ganz ruhig. Ich nähere mich und er beginnt wieder zu zappeln und schlägt mit den Flügeln. Ich rede auf ihn ein und strecke meine Hand aus. Er scheint meine Hilfe zu spüren und ich greife unter seinen Bauch. Seinen Krallen will ich nicht zu nahe kommen.

Mit einem Ruck greife ich zu und setze ihn auf den Rand und gehe zurück zur Parkbank. Im. Hintergrund ruft die Frau mit den Hunden: „vielen Dank, gut gemacht!“ Ihr Partner ist in der Zwischenzeit herangekommen. Ich schaue den Vogel an und er sitzt regungslos am Rand. Selbst als sich ein Wanderer und eine Frau im Rollstuhl nähert, bleibt er sitzen. Er sieht jung und unerfahren aus, irgendwie erschöpft.

In der Sonne trocknen seine Federn und er beginnt zu hüpfen. Oje, kann er überhaupt noch fliegen? Ich überlege, ob ich ihn nochmals helfen muss. Nein, nach gefühlten 5 Minuten schlägt er die Flügel auf und fliegt davon. Er rettet sich in den nächsten Baum.

Ich habe eine gute Tat getan, ganz spontan, ohne zu überlegen, Danke für den Tag

Flieg, lieber Vogel, flieg

Frank